Tipps Untertest

TMS Schlauchfiguren: Strategie und Tipps unter Zeitdruck

Gefragt ist immer dasselbe: aus welcher Richtung die zweite Aufnahme stammt. Mit einer festen Reihenfolge von Prüfungen schließt du die meisten Antworten aus, bevor du irgendetwas im Kopf drehen musst.

Zwei Fotos desselben durchsichtigen Würfels, in dem ein oder zwei Schläuche liegen. Das linke Bild zeigt immer die Vorderansicht. Das rechte zeigt denselben Würfel aus einer anderen Richtung, und du entscheidest, aus welcher. Die Antworten sind in jeder Aufgabe gleich belegt: (A) rechts, (B) links, (C) unten, (D) oben, (E) hinten. Mehr verlangt die Aufgabe nicht. Schwer wird sie durch die Zeit: 24 Aufgaben in 15 Minuten, also 37,5 Sekunden pro Aufgabe. Bei Muster zuordnen hast du doppelt so viel Zeit pro Aufgabe, beim Medizinisch-naturwissenschaftlichen Grundverständnis das Vierfache.

Warum Improvisation hier teurer ist als sonst

Woanders kannst du eine Aufgabe auf zwei oder drei Wegen angehen, und der ungeschickte Weg kostet ein paar Sekunden. Hier kostet er die Aufgabe. Wer ohne festen Ablauf anfängt, macht oft dasselbe: Er versucht, die ganze Figur im Kopf zu drehen, bis eine der fünf Richtungen passt, probiert dann die nächste und weiß bald nicht mehr, welche er schon geprüft hat. Räumliches Vorstellungsvermögen hilft, rettet dich aber nicht, wenn die Reihenfolge deiner Schritte jedes Mal anders ist. Der Hebel liegt nicht darin, besser zu sehen, sondern immer gleich vorzugehen.

Dazu kommt: Die Bearbeitungshinweise einer Aufgabengruppe stehen im Testheft und lassen sich nur innerhalb ihrer Bearbeitungszeit lesen. Wer Format und Antwortbelegung schon kennt, liest sie nur noch zur Bestätigung und fängt gleich an.

Erst die Höhe, dann die Seite

Naheliegend ist, alle fünf Richtungen der Reihe nach durchzuspielen. Schneller ist es, mit wenigen Fragen ganze Gruppen von Antworten auszuschließen. Die fünf Richtungen zerfallen in zwei Familien, und genau das nutzt die Routine.

  1. Zwei Merkmale wählen. Such dir in der Vorderansicht zwei Stellen, die du in der zweiten Ansicht sicher wiederfindest: am besten die Schlauchenden, sonst den höchsten Bogen, eine enge Schlaufe oder ein langes gerades Stück.
  2. Die Höhe prüfen. Liegen beide Stellen in der zweiten Ansicht so hoch wie vorher? Dann bleiben rechts, links und hinten. Wenn nicht, bleiben oben und unten.
  3. Bei rechts, links, hinten: Ist das Bild seitenverkehrt? Sieht die zweite Ansicht aus wie die Vorderansicht im Spiegel, ist es hinten.
  4. Die Vorderseite suchen. Wo liegt jetzt, was vorn war? Links im Bild heißt von rechts, rechts im Bild heißt von links. Am unteren Bildrand heißt von oben, am oberen von unten.
  5. Gegenprobe mit dem zweiten Merkmal. Erst wenn es zur selben Richtung passt, kreuzt du an.

Zwei Sätze solltest du vor dem Ankreuzen sagen können, etwa so: „Die Höhen stimmen, nicht gespiegelt – also rechts oder links. Was vorn war, liegt jetzt links im Bild – also von rechts.“ Fehlt einer davon, rätst du.

Gedreht oder gekippt

Warum die Höhe so viel verrät, zeigt ein Blick darauf, wie die Ansichten entstehen. Für rechts, links und hinten gehst du in Gedanken um den Würfel herum, oder du drehst ihn um die senkrechte Achse – das läuft auf dasselbe hinaus. Oben bleibt dabei oben: Ein Ende, das vorher im oberen Drittel saß, sitzt auch danach im oberen Drittel. Nur links, rechts, vorn und hinten tauschen ihre Plätze.

Für oben und unten wird der Würfel gekippt. Die offizielle Broschüre beschreibt das genau: Für die Ansicht von oben wird er um 90 Grad nach vorn gekippt und von derselben Kameraposition aus fotografiert wie die Vorderansicht, die Oberkante der Vorderansicht wird so zur Unterkante. Für die Ansicht von unten wird er um 90 Grad nach hinten gekippt, die Unterkante der Vorderansicht wird zur Oberkante. Hier bleibt links links, dafür verschieben sich die Höhen.

  • Von rechts, links, hinten: Die Höhe bleibt. Von hinten ist das Bild seitenverkehrt. Von rechts liegt die Vorderseite links im Bild, von links rechts.
  • Von oben, unten: Links bleibt links. Von oben liegt die Vorderseite unten im Bild, von unten oben.

Wem das Drehen im Kopf schwerfällt, dem schlägt die Broschüre einen zweiten Weg vor: den Würfel stehen lassen und sich selbst bewegen. Für rechts, links und hinten stellst du dich in Gedanken daneben oder dahinter. Für oben stehst du auf und beugst dich über den Würfel. Für unten stellst du dir den Würfel auf einem Glastisch vor, unter den du dich legst. Beide Wege führen zum selben Bild; nimm den, der bei dir schneller geht, und bleib dabei.

Die Höhe ist der Schritt, den du zweimal prüfst, und der Grund dafür ist unangenehm: Eine falsche Entscheidung an dieser Stelle führt nicht unbedingt zu Verwirrung, sondern kann in eine in sich stimmige falsche Lösung münden. Unter den verbliebenen Richtungen passt eine halbwegs, und du kreuzt sie mit gutem Gefühl an. Sie kostet dich kein Detail, sondern die ganze Aufgabe.

Am Ende ansetzen, nicht in der Mitte

Setz den Blick immer an einer Stelle an, die du in beiden Bildern sicher wiederfindest, nie mitten im Knäuel. In der Mitte sehen sich die Bögen aus vielen Richtungen ähnlich, und du vergleichst unbemerkt zwei verschiedene Stellen miteinander.

Am besten eignen sich die Schlauchenden. Ein Ende, das auf dich zeigt, erkennst du an der runden Öffnung. Ein Ende, das zur Seite, nach oben oder nach unten zeigt, verrät dir, aus welcher Richtung du direkt hineinschauen würdest: Was in der Vorderansicht nach rechts zeigt, zeigt von rechts gesehen auf dich. Die Broschüre weist aber selbst darauf hin, dass die Enden manchmal gar nicht oder nur teilweise zu sehen sind. Dann nimm den höchsten oder tiefsten Bogen, eine enge Schlaufe oder ein langes gerades Stück. Vorsicht bei scharfen Knicken: Eine enge Kehre sieht leicht aus wie ein Ende.

Halte jede Stelle nicht als Bild im Kopf, sondern als drei Angaben: Höhe, Seite, Richtung. „Oben, links, zeigt auf mich.“ Drei kurze Angaben lassen sich unter Zeitdruck behalten, ein räumliches Bild nicht. Für die Frage, was vorn liegt, hilft außerdem, dass es Fotos sind: Wo sich zwei Schlauchstücke überkreuzen, verdeckt das vordere das hintere, und was näher an der Kamera liegt, wirkt etwas größer.

Ausschließen statt lösen

Der zweite große Zeitfresser ist, jede Richtung vollständig durchzudenken: erst rechts, dann links, dann unten. Geh in Durchgängen vor und schließ mit jeder Frage gleich mehrere Antworten aus.

  1. Höhe. Stimmt sie, sind oben und unten weg. Stimmt sie nicht, sind rechts, links und hinten weg.
  2. Spiegelbild. Ist die zweite Ansicht seitenverkehrt, ist es hinten. Wenn nicht, fällt hinten weg.
  3. Lage der Vorderseite. Diese eine Frage entscheidet zwischen rechts und links oder zwischen oben und unten.

Nach den ersten beiden Fragen bleiben höchstens zwei Antworten übrig, und nur für diese brauchst du die Vorderseite. Eine Frage auf alle fünf Antworten anzuwenden ist fast immer schneller, als eine Richtung ganz durchzuspielen.

Ein Beispiel in Worten

Nimm eine Figur mit nur einem Schlauch, beschrieben statt fotografiert, aber mit derselben Logik wie im Test. In der Vorderansicht sitzt das eine Ende oben links, ganz vorn: Es zeigt direkt auf dich, du siehst die runde Öffnung. Von dort läuft der Schlauch nach hinten, an der Rückseite entlang nach rechts unten und wieder ein Stück nach vorn. Das zweite Ende liegt unten rechts und zeigt waagerecht nach rechts.

In der zweiten Ansicht liegt ein Ende oben am linken Rand und zeigt waagerecht nach links. Das andere liegt unten, etwa in der Mitte, und zeigt auf dich: Du schaust in seine Öffnung.

Die Routine:

  • Merkmale: die beiden Enden. Ende 1: oben, links, zeigt auf mich. Ende 2: unten, rechts, zeigt nach rechts.
  • Höhe: In der zweiten Ansicht liegt wieder ein Ende oben und eines unten. Das passt zu rechts, links oder hinten. Gegenprobe für oben und unten: Von oben läge Ende 1, das ganz vorn sitzt, am unteren Bildrand – es liegt aber oben. Von unten bliebe links links, Ende 2 läge also weiter rechts und zeigte nach rechts – es liegt aber in der Mitte und zeigt auf dich. Oben und unten sind weg.
  • Spiegelbild: Von hinten wären links und rechts vertauscht. Ende 1 läge oben rechts und zeigte von dir weg, Ende 2 ragte unten links nach links heraus. Nichts davon trifft zu. Hinten ist weg.
  • Vorderseite: Ende 1 saß ganz vorn. Jetzt liegt es am linken Bildrand. Von rechts liegt die Vorderseite links im Bild – also (A) von rechts.

Gegenprobe mit dem zweiten Merkmal: Ende 2 zeigte in der Vorderansicht nach rechts. Von rechts gesehen muss es also auf dich zeigen, und genau das tut es. Von links gesehen zeigte es von dir weg, und Ende 1 läge am rechten Bildrand. Beachte, was nicht passiert ist: Den Schlauch selbst hast du nie Stück für Stück verfolgt. Zwei Enden mit je drei Angaben haben gereicht.

Üben, was sich überträgt

Nützlich ist:

  • Aufgaben desselben Typs unter Zeit, jede mit derselben Routine. Der Punkt ist nicht die einzelne Aufgabe, sondern dass die Reihenfolge automatisch wird.
  • Nachbereitung mit Notiz. Schreib bei jeder falschen Aufgabe auf, an welchem Schritt es lag: Höhe falsch eingeschätzt, Spiegelbild übersehen, rechts und links vertauscht, eine Kehre für ein Ende gehalten. Nach zwei Dutzend Aufgaben wiederholen sich darin oft dieselben ein, zwei Punkte.
  • Ein echter Würfel. Die Broschüre empfiehlt selbst, sich einen Plastik- oder Glaswürfel zu besorgen und Schläuche oder Kabel hineinzulegen. Sag vorher laut, wie die Figur von rechts oder von oben aussehen wird, dann dreh oder kipp den Würfel und prüf. Die Vorhersage vor dem Nachsehen ist das Wirksame daran.
  • Eigene Aufgaben bauen. Die Broschüre zeigt eine Schlauchfigur aus allen sechs Richtungen und schlägt vor, eine beliebige davon zur Vorderansicht zu erklären und die übrigen neu zu benennen. So lassen sich aus sechs Bildern laut Broschüre 120 Aufgaben bauen.

Wenig nützlich ist:

  • Allgemeines Gehirnjogging und Spiele mit flachen, gedrehten Formen. Sie trainieren etwas anderes, als einen Körper aus einer anderen Richtung wiederzuerkennen.
  • Minutenlanges Anstarren einer schweren Aufgabe, bis es klickt. Diese Minuten hast du im Test nicht, und du übst dabei genau das Verhalten, das dort teuer wird.
  • Lösungen lesen, ohne sie nachzuvollziehen. Nachvollzogen heißt: Du kannst hinterher sagen, an welchem Merkmal die richtige Richtung zu erkennen war.
  • Nur ohne Zeitmessung arbeiten. Ohne Druck erfährst du nicht, an welcher Stelle deine Routine zusammenbricht.

Wenn du feststeckst

Setz dir vorher eine persönliche Obergrenze pro Aufgabe und halte sie ein. Läuft sie ab, nimm die beste Antwort aus dem Ausschlussverfahren, kreuz sie an und geh weiter. Falsche Antworten kosten keinen Punkt, also bleibt keine Aufgabe leer. Hast du nur die Höhe sicher geklärt, bleiben zwei oder drei Antworten, und aus denen triffst du deutlich öfter als aus fünf. Kreuz dabei direkt auf dem Antwortbogen an: Gewertet wird nur der Bogen, und den Übertrag aus dem Testheft musst du innerhalb der Bearbeitungszeit erledigen.

Die Rechnung ist einfach: Wer an einer schweren Aufgabe hängen bleibt, zahlt mit Aufgaben, die er sicher gelöst hätte. Zwei ruhig bearbeitete Aufgaben sind mehr wert als eine perfekt gelöste. Und wenn am Ende zwei Richtungen stehen bleiben, die sich nicht trennen lassen, fehlt meist ein sicheres Merkmal für vorn. Such dann ein zweites Ende oder eine Überkreuzung, statt die ganze Figur noch einmal im Kopf zu drehen.

Schlauchfiguren und der TMSnat 2027

Schlauchfiguren stehen in der geplanten Zusammensetzung des TMSnat (Stand 26. Juni 2026) nicht mehr, ebenso wenig Muster zuordnen und Figuren lernen. Laut tms-info.org soll der TMS in seiner aktuellen Form im November 2026 zum letzten Mal stattfinden. Für deinen Termin am 7. oder 8. November zählt der Untertest also voll, danach spielt er nach heutigem Planungsstand keine Rolle mehr. Was sich mit dem TMSnat sonst ändert, steht in „TMSnat 2027: was sich gegenüber dem TMS ändert“.

Quellen